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zu Gentechnologie - ] Publiziert 2001-05-05 00:00:00 Urs Hans: Die heutige Agrarforschung wird zur Erpressung 11. März. 2001 Die heutige öffentliche Agrarforschung arbeitet immer mehr für die
Interessen der Nahrungsmittelindustrie und für eine Agrartechnologie,
die nichts mehr zu tun hat mit dem Handwerk von uns Bauern. An der
Veranstaltung:" Fakten statt Mythen "vom 8. Februar an der
Universität Zürich referierten acht Professoren über Gentechnologie
in einer derart unkritischen und befürwortenden Weise, dass bei mir der
Eindruck entstand, dass für diese Leute in der Agrarforschung praktisch
nichts mehr geht, ohne die Anwendung dieser sogenannten Technologie in
der Landwirtschaft. Auch der Rektor dieser Anstalt richtete ein
Grusswort an die vielen Zuhörer aus der Wissenschaft im Plenum und
beanspruchte für diese hohe Bildungsstätte vorausschauend die Zukunft
zu gestalten. Die ganz klare Aussage wurde kommuniziert "ohne
Gentechnologie ist die wachsende Weltbevölkerung nicht mehr zu ernähren"!
Im Prinzip gehe es jetzt nur noch darum, wie kommuniziert man dies nun
auch noch der Bevölkerung und wie erreicht man dafür die Akzeptanz. Für
mich war es absolut stossend, dass nicht die Uni selber, das BLW oder
die betroffenen Bauern eingeladen haben zu diesem Anlass, sondern
"Inter Nutrition", der verlängerte Arm der Pharma- und
Gentechindustrie. Forderungen an Forschung und Politik So quasi als Alternativprogramm, beteiligte ich mich am 5. und 6. März
an den Möschberggesprächen wo Biobauern und andere interessierte Leute
versuchten, alternative Visionen für die Gestaltung einer zukünftigen
Landwirtschaft zu formulieren. Aus diesen Visionen entstanden konkrete
Forderungen an Forschung und Politik. Freie Forschung Wir fordern eine freie Forschung. Diese braucht keine Patente und ist
jedem zugänglich. Das Lebendige dieser Welt, die Schöpfung ist
Allgemeingut. Patente auf lebendige Organismen zu geben, bedeutet : die
Staatsgewalt schützt durch Druck und Repression, die Interessen, also
das investierte Geld in Agrarforschung von Shareholdern und Aktionären
die nichts mit den Anliegen von uns Bauern zu tun haben. So wird auch
der Staat zur Partei gegen uns Bauern. Weil nur so, patentierte Produkte
über Jahre vor dem freien Wettbewerb geschützt werden, gibt der Staat
sozusagen eine "Geldzurück - Garantie" samt fetten Gewinnen.
Gleichzeitig sind aber unsere Produkte allen zugänglich und dem
Wettbewerb ausgesetzt. Die Industrie betreibt tagtäglich Ideen- und
Saatgutklau und lässt dies hernach schützen. Wir haben so eine absolut
unfreie Forschung, weil die Forscher gezwungen werden für Gewinne zu
forschen, statt für Nachhaltigkeit oder gesunde Lebensmittel. Damit
wird die Lebensmittelsicherheit faktisch dem Staat entzogen und bewegt
sich in einem gesetzlosen globalen Raum. Stopp für Patente Wir fordern vom Staat einen Stopp für Patente auf lebendige
Organismen, damit sich solche Hochrisikoforschung gar nicht mehr
auszahlt. Die Folgen dieser Zustände zeigen sich immer erst an der
Basis bei den Bauern und Konsumenten mit, Umweltverschmutzung,
Krankheiten, Aids, BSE, ect. Dass damit global die echten Interessen von
uns Landwirten mit Füssen getreten und die Achtung vor unserer Arbeit
abnimmt ist die logische Folge. Solange die Landwirtschaft kuscht, badet
sie das aus, was Andere vertuschen. Urs Hans 11. März 2001 |
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