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  [Briefe von Urs Hans zu BSE - ] Publiziert 2001-01-12 00:00:00

Oeffentliches Hearing ETH Zuerich

BSE: Oeffentliches Hearing


Es diskutieren:


Heiri Bucher, Bauernverband,

Dept. Viehwirtschaft


Dr. Markus Doher ,

Institut für Tierneurologie, Uni Bern


Paul Erni, Metzgerei Erni, Nebikon


Urs Hans, Biobauer


Katharina Hasler, Präsidentin

Konsumentenforum kf


Dr. Dagmar Heim, Bundesamt für Veterinärwesen BVet


Dr. Urs Klemm, Bundesamt für Gesundheit BAG


Peter Metzinger, rinderwahnsin.ch


Dr. Markus Moser, Prionics AG


Heinzpeter Studer, kagfreiland


Prof. Kurt Wüthrich,

ETH ZH, Forschung und Wissenschaft


Prof. Andreas Zurbriggen. Institut für

Tierneurologie, Uni Bern



Organisatoren: www.rinderwahnsinn.ch und saldo


Gedanken zum öffentlichen Hearing ETH- Zürich vom 13. Dez. 2000

 

Fleischmehlverfütterung in England seit 1920

In England wird seit 1920 Fleischmehl verfüttert, ohne bis 1982 Probleme damit zu haben. Ab dieser Zeit wurde die Produktion von Fleischmehl larger gehandhabt. Es ist allgemein bekannt, dass sich Giftstoffe wie DDT, Organophosphate, weitere Nervengifte und Pestizide im Fett einlagern. Die Fette wurden nicht mehr mit Lösungsmitteln heraus gelöst, was zur folge hatte, dass diese Giftstoffe im Tiermehl verblieben. Hinzu kam, dass praktisch zeitgleich das Ausrottungsprogramm der Dasselfliegen in England, mit Verwendung gefährlichster Nervengifte, anlief. Die Folgen sind bekannt, Ausbruch und massive Zunahme von BSE Fällen in England, Irland und CH.


Bedenken von Bauern und kritischen Wissenschaftern

Bereits ende der achtziger Jahre, fiel es Bauern in England auf, dass in jenen Gebieten, wo sie vom Staat gezwungen wurden diese Parasiten auszurotten, bei weitem am meisten Rinder erkrankten. Wissenschafter, die ihre Erkenntnisse nicht für sich behielten, wurden zum Teil bedroht oder gar entlassen. Alles wurde in der folge versucht, um die Sache geheim zu halten. Aber es misslang total, derart viele Tiere erkrankten, sodass die Krankheit allgegenwärtig war. Der Staat und die Veterinärindustrie suchten in der folge nach Erklärungen, um von der eigenen Verantwortung abzulenken. So entstand die Hypothese ( das Märchen ) wonach Skrapie, eine weitverbreitete und ähnlichverlaufende Schafkrankheit, mittels ansteckenden Prionen, über die Verfütterung von Fleischmehl an Rinder, bei diesen zu BSE mutiert habe. Die für die Verantwortlichen elegante, kostengünstige und praktische Erklärung war gefunden. Diese Hypothese war leicht zu kommunizieren und alle, die sich nicht speziell für die Sache interessierten, begriffen es schnell. Die hauptleidtragenden waren die Bauern. In den letzten Jahren verzeichneten in England, gemessen an der Bevölkerung, die Bauern die höchste Selbstmordrate. Heute redet in England keine kompetente Person mehr von Skrapie als auslösendem Element von BSE. Warum wurde eigentlich während dieser ganzen Zeit überall bedenkenlos in grossen Mengen Schaffleisch gegessen?


Bericht der BSE-Untersuchungskommission


Der Bericht der englischen BSE-Untersuchungskommission ist so eindrücklich wie niederschmetternd, dass sich die Tories heute, für ihr Verhalten damals, sogar öffentlich entschuldigen. Der Bericht sagt klar die Regierung hat vertuscht und die Wissenschafter und Veterinäre haben gelogen und waren korrupt.


BSE und die Schweiz


Wie in England wird seit mehr als 20 Jahren auch in der Schweiz, mit tatkräftiger Unterstützung der Chemie versucht, mit organophosphaten und weiteren Nervengiften die Dasselfliegen auszurotten. Weiter werden grosse Mengen Pestizide im Feldbau eingesetzt.( Bei neun von zehn Proben in Bächen und Flüssen im Kanton Zürich, übersteigen die Pestizide den Grenzwert ). Im Gegensatz zu England glaubt aber die Bevölkerung und sogar Veterinäre immer noch an das Märchen von Skrapie und die Wissenschafter schweigen dazu.


Keine seriöse Ursachenforschung


Kein Mensch konnte bisher beweisen, dass die Prionenansteckungstheorie stimmt. Sie wurde bloss tausendfach von Professoren und Journalisten wiederholt. Mit Ursachenforschung hat dies überhaupt nichts zu tun. Wir haben immer noch BSE, die Ausreden werden immer grotesker und in der Bevölkerung herrscht die Konfusion und dies führt zu Panik. Diese allgemeine Verunsicherung, gepaart mit einer katastrophalen Wissenschaftshörigkeit, führt zum Wahnsinn, dass jede Halbwahrheit eines Professoren dazu führt, dass alle erzittern und die Landwirte gebeutelt werden. Statt die Problematik um die allgegenwärtigen Rückstände von sogenannten chemischen Hilfsstoffen zu erforschen, bleibt die Wissenschaft lieber auf einem Auge blind. Und dies nennen wir Fortschritt? Von ganzheitlicher Betrachtungsweise und vernetztem Denken haben diese Leute keine Ahnung. Die selben Schmalspurforscher wollen uns Bauern aber Gentechnologie aufzwingen.


Seit 1996 hat das BVet offiziell Kenntnis von anderen Erklärungen zu BSE


Seit anfang der neunziger Jahre kennt unser BVet andere Hypothesen und Erklärungen zu den Ursachen von BSE und es wurde damals schon aufgefordert in dieser Richtung Untersuchungen zu veranlassen. Diese Hypothesen erklären BSE nicht als eine infektiöse Krankheit, die durch krankmachende Prionen hervorgerufen wird, sondern schlicht als eine Vergiftung. Die von den Tieren aufgenommene Summe von toxischen Stoffen führt zu einer Vergiftung, die zur Falschfaltung der Prionen führt. Von staatlicher Seite wurde aber bis heute nichts seriöses in dieser Richtung unternommen.


März 1998 Whatley - Studie


Da, wie früher in England, in der Schweiz kein einziges Institut bereit war solche Studien durchzuführen, wurde schliesslich doch ein Solches in London gefunden. Da zunehmend die neue Form von Kreutzfeldt-Jakob Krankheit mit BSE in Verbindung gebracht wurde, war Stephen Whatley interessiert an dieser Arbeit. Dabei wurde das in England meistgebrauchte Organophosphat mit Namen Phosmet auf menschliche und tierische Hirnzellen appliziert. Das Ergebnis war : Die Zellen regierten dosisabhängig und dramatisch auf das Nervengift. Vorsichtig ausgedrückt besagt die Studie, dieses Nervengift könne BSE begünstigen und weitere Studien wären dringend notwendig. Für das Bvet sagte Professor Vandervelde dazu, die Studie beweise noch gar nichts, dazu wären Versuche am lebenden Tier notwendig. Allein auch er hat nichts dergleichen unternommen. Am 13. Juli 2000 sagte er in der "Weltwoche": Dass Insektizide die Veränderung des Prion auslöse, entbehre jeglicher experimenteller Grundlage. - ja eben !!! -


Kühe durch Veterinäre vergiftet und alles schweigt dazu


Im Kanton Freiburg sind 1998 Kühe direkt an der Behandlung mit von unseren Behörden verordnetem Neguvon eingegangen. So zu sagen, wurde unbeabsichtigt, ein flächendeckender Versuch mit Organophosphaten am lebenden Tier durch geführt. Dieser Versuch wurde aber nicht, wie die Whatley-Studie in Neuroscience veröffentlicht, sondern top geheim gehalten. Dabei waren hunderte von Tieren erkrankt viele Aborte traten ein und viele starben oder mussten erschossen werden. Ich habe dies über betroffene Bauern erfahren und publiziert. - Die englischen Tories lassen unsere offene, basisdemokratische Schweiz herzlich grüssen. -


BSE durch Veterinärmedizin ausgelöst


In der Schweiz werden wir Bauern immer noch vom Staat gezwungen Rinder mit chemischsyntetischen Nervengiften gegen Dasselfliegen zu behandeln. Ich behaupte gerade diese Mittel sind ursächlich beteiligt am entstehen von BSE. Trotzdem klagt mich der Staat ein, weil ich mich weigere solche Mittel anzuwenden. Wie Hohn tönt es wenn Thomas Zeltner, Chef des BAG vor laufender Kamera zum Fleischmehlfütterungsverbot erklärt, heute müssten alle Risiken ausgeschlossen werden. Ulrich Kihm Chef des Bvet sagte an der Arena vom 24. November 2000, sie hätten dies 1990 untersucht und keinen Zusammenhang feststellen können. Solche Wissenschaft verkommt zur reinen Posse. Vermutlich haben sie damals die Länge der Kuhschwänze gemessen.


BVet im Erklärungsnotstand


Es steht fest, dass sich das Bvet im Erklärungsnotstand befindet. Alle Voraussagen dieses Amtes in bezug auf BSE waren bisher falsch.


BVet und BAG unglaubwürdig


Die Glaubwürdigkeit der beiden Bundesämter BVet und BAG ist nicht nur ramponiert, sondern, diese gibt es gar nicht mehr. Seit mehr als einem Jahr wird die Untersuchung von Milchproben, von drei mit Nervengiften behandelten Kühen, durch BVet und BAG unterbunden. Auch auf dreimaliges Intervenieren der Bio Suisse hin geschieht gar nichts. Die Proben sind seit einem Jahr tiefgefroren und den Mitarbeitern des kantonalen Labors in Zürich ist es untersagt ihre Arbeit zu tun.


BSE Untersuchungskommission Schweiz


Von nun an fordere ich nicht mehr nur die sofortige Untersuchung dieser Milchproben, sondern die sofortige Untersuchung der Tätigkeit dieser beiden Ämter. Wir brauchen eine unabhängige BSE Untersuchungskommission in der Schweiz, wie in England.


Der Umgang mit BSE ist der wirkliche Skandal


BSE ist eine traurige Katastrophe für die Landwirtschaft. Der eigentliche Skandal ist aber der Umgang damit. Die Bauern tragen die Hauptlast. Das Bundesamt als Bewilligungsbehörde von Nervengiften, die Profiteure von gestern, also die Veterinärindustrie und die Tierärzte sowie die Profiteure von heute, eitle Professoren, die mit Halbwahrheiten gezielt versuchen Forschungsgelder zu akquirieren, fügen der Landwirtschaft finanziell und psychologisch enorme Schäden zu. Wenn Professor Wüthrich als Herr der Prionen gefeiert wird, weil er in der Lage ist die Prionenstruktur von Mensch, Rind und Schwein mit millionenteuren Geräten zu visualisieren, so ist dies vielleicht eindrücklich. Wenn er dabei feststellt, dass sich die jeweiligen Prione sehr ähnlich sind ist dies OK. Wenn er aber die voreilige Aussage macht, dies könne bewirken, dass sich Schweine mit BSE infizieren könnten, so ist dies tendenziös und mehr als fragwürdig. Dies wird zur folge haben, dass noch mehr hochwertiges gesundes Tiermehl verbrannt werden muss, obgleich noch niemand überhaupt eine Infektiosität von Fleischmehl nachgewiesen hat.


BVet behandelt Bauern wie in Polizeistaat


Das Bvet hat in einem Artikel den Bauern vorgeworfen sie hätten die Vorschriften nicht eingehalten, nur deshalb müsste jetzt ein totales Fleischmehlfütterungsverbot eingeführt werden. Weiter sagte es, man könne halt nicht hinter jeden Bauern und Metzger einen Polizisten stellen. Eine absolute Frechheit. Auch mit weiteren Polizeistaatmethoden käme unser Amt nicht aus dem Schneider. Längst ist bekannt, dass auch Tiere erkrankten die, beweisbar nie in Kontakt kamen mit Fleischmehlen. Zudem ist es bisher noch nie gelungen mittels bewusster normaler Verfütterung von Fleischmehl, bei Rindern BSE auszulösen. Dagegen ist es bekanntlich gelungen mittels aufgiessen von Neguvon ( Nervengift ), Kühe auf der Stelle zu töten.

 


Urs Hans 12. 12. 00


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